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Pferde
waren nicht von Anfang an das Hi-light in meinem Leben, sondern die üblichen
Sachen die für einen Jungen so zählen. Allerdings als man mich im Alter von
5 Jahren fragte, was ich später einmal werden wollte, antwortete ich schon:"
Es muss etwas mit der Natur zu tun habe!"
Meine Mutter und mein Vater liebten Pferde schon immer. Mit 30 hörte
meine Mutter von einem netten kleinen Stall in Slowenien. Dieser war ideal
für die beiden. Unter der Woche konnte mein Vater eh nicht reiten, da er
geschäftlich unterwegs war. Sie wollten gemeinsam reiten und dies
ermöglichte ihnen der Hof, denn er war ganz in der Nähe von meiner Oma,
welche wir ungefähr einmal im Monat und in den Ferien besuchten. Meine Oma
konnte auf meine Schwester und mich aufpassen während meine Eltern
Reitstunden nahmen. Noch wichtiger für meinen Vater: sie konnten ausreiten
und an langen Wanderritten teilnehmen. Slowenien hat noch richtige Wälder
und Berge, also ideal zum abschalten vom Alttag.
Für mich war es dort nicht so interessant, vor allem
weil ich einen wahnsinnigen Respekt vor Pferden hatte. Ich glaubte auch an
falsche Mythen wie: "Pferde sind gefährlich, sie sind unberechenbar, man
benötigt Kraft um sie zu kontrollieren, ...".
Hunde waren mein Ding und ich konnte auch gut mit ihnen umgehen, weil ich
darauf achtete was sie mir erzählen.
Meine Mutter nahm mich trotzdem mit. Mir war es aber einfach zu langweilig,
so an der Longe oder im Viereck zu reiten. Das kann ich doch genauso gut mit
einem Fahrrad machen. Dazu ich doch kein Lebewesen. Meine Eltern durften ja
noch andere Dinge mit den Pferden machen und dadurch auch eine Beziehung zu
ihnen aufbauen. Für mich war es angeblich zu gefährlich da ich noch zu klein
war.
Die zweite Reiterfahrung bekam ich in Frankreich, wo
ich am Strand schon als Anfänger ausreiten durfte. Hmmm, auf der einen Seite
zu klein und dann dies? Was stimmt den nun?
Die Pferde begeisterten meine Eltern immer mehr. Sie
wollten nicht länger nur einmal im Monat und im Urlaub reiten. Deshalb
fingen sie in der näheren Umgebung etwas passendes zu suchen. Sie fanden
jedoch nichts vergleichbares. Teilweise waren die Pferde schon geputzt und
gesattelt, wie bei einem Autoverleih. Oder es hieß: "Hacken tief, Ellenbogen
ran, ..."
Dadurch brannte sich die Idee, von einem eigenen
kleinen Hof in seinem Kopf fest. Er musste nur noch meine Mutter überreden.
Aber wenn sich Männer etwas einbilden ...
1996 kauften wir uns einen eigenen kleinen Hof. Kurz darauf zog unser erstes
eigenes (Carl Viking) und zwei Einsteller ein. Ich war wieder nicht
besonders begeistert von den Pferden, außer Arbeit hatte ich nichts von
ihnen.
Nach zwei Jahren kauften wir uns noch ein Pferd für meinen Mutter: Natuscha!
Sie war tragend und das Fohlen das wir erwarteten mussten wir leider wieder
zurückgeben. Mit diesem Fohlen, Felina änderte sich jedoch alles für mich.
Auf einmal infizierte auch ich mich mit dem Pferdewahn. Sie machten mir
Spaß. Mit ihr spielte ich, konnte Unsinn machen oder einfach nur mit ihr
zusammen sein. Mir fiel der Abschied nach 6 Monaten sehr schwer, aber ich
wollte unbedingt weiter machen.
Also durfte ich unseren erfahren und coolen Einsteller Cromin reiten. Er war
genau der richtige Kumpel um mit dem reiten anzufangen. Er vermittelte die
richtige Portion Sicherheit. Er war nur nicht unser Pferd und durfte nicht
immer mit ihm zusammen sein wann ich wollte und ich wusste, dass der Cromin
bald umziehen sollte, da seiner Besitzerin der Weg zu weit war.
Und so brannte sich ein Gedanke in meinem Kopf ein: Ein eigenes Pferd!
Irgendwann kurz vor meinem Geburtstag sagte ich ganz scherzhaft ich hätte
gerne ein Motorrad, noch jungen Hund oder ein Pferd. Da waren meine Eltern
doch baff.
Zu der Zeit waren wir mit einem altern Pferdenarren, welcher selber 4
Hengste und eine Stute hat und von Beruf Sattler ist, befreundet. Er
erzählte uns vom Pferdehändler Berger aus Amberg, der immer jede Menge
Pferde zur Auswahl hat.
Im Sommer 2000 wollte meine Mutter dort einfach mal vorbeischauen und sich
dort die Pferde anschauen. Der Sattler jedoch wollte schon mit meinem Vater
wetten, dass wir mit einem Pferd wieder nach Hause kommen würden. Wir
wollten nahmen ihn auch mit, weil wir auf seine Erfahrung vertrauten, denn
er arbeitete auch schon auf mehreren Gestüten. Er sollte recht behalten wir
kauften Amira. Der Händler riet uns eigentlich eine andere Warmblutstute zu
kaufen. Er meinte sie würde mir das reiten beibringen. Der Bekannte meinte
jedoch Amira wäre besser, da die andere eine Fehlstellung hat.
Drei Tage später wurde uns Amira geliefert und sie war nicht das Pferd das
wir vorhatten für mich zu kaufen. Sie legte die Ohren an, versuchte zu
beißen (schaffte dies auch hin und wieder),, ließ sich die Hufe nicht machen
und zitterte schon wenn man bloß ihre rechte Schulter anschaute.
Jedenfalls ans reiten war nicht zu denken. Von dem Sattler und anderen
Freunden kamen leider nicht sehr viel Hilfe.
Also suchte ich selber nach Möglichkeiten um mich mit Amira besser klar zu
kommen. Vor allem weil meine Eltern sagten sie muss weg wenn sie sich nicht
bessert. Während den Vorlesungen konnte ich an nichts anderes denken. 2001
auf der Equitana sah ich zum ersten mal Birger Gieseke und einige seine
Schüler mit ihren Pferden spielen und ich wusste sofort,:" Das ist das was
ich mit Amira auch schaffen will!" Die Kurse waren für mich jedoch zu teuer
und Amira zu schwierig für einen Grünschnabel wie mich um nach einen 2-Tages
Kurs schon mit all ihren Herausforderungen klar zu kommen. Deshalb war ich
heilfroh, dass ich zu Birger auf sein Savvy Center als Working Student für
10 Wochen kommen durfte. Nach zwei Wochen bestand ich meinen L1 Amira nach
der 10 Woche. Nach dieser Zeit wusste ich auch sofort, dass ich bei Natural
Horse-Man-Ship bleibe. Auf dem Savvy Center hatte ich so viele Leute
großartige Sachen mit ihren Pferden machen sehen und noch wichtiger die
Pferde hatten auch Spaß daran.
Heute bin ich froh, dass Amira mein Pferd ist. Ohne
sie würde ich nicht so schnell weiter kommen. Denn ich weiß mit ihr darf ich
nicht auf der Stelle treten, dafür ist sie zu schlau. Wir sind auch schon
ein Klasse Team geworden. Ich reite sie ohne Trense und Sattel, sie kommt zu
mir wenn sie mich sieht,...
Mein Traum ist jetzt, dass sie einmal meine Gedanken in die Tat umsetzten
wird, aber zuerst einmal die Piaffe.
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